Die neuen Propagandatricks von Sputnik

05.04.2019

Sputnik vervollständigt das Arsenal seiner Tricks, um zu versuchen, sich zu einer legitimen Medienausgabe zu machen und auch seinen Einfluss und Sichtbarkeit zu erhöhen. Der Propagandakanal, der seine Materialien sowohl auf Estnisch als auch auf Russisch veröffentlicht, ist als ein Infoportal nicht allzu populär, aber das Teilen seiner Artikel in den verschiedenen Social-Media-Kanälen bringt der allgemeinen Aufmerksamkeit eine wesentliche Erweiterung.

Legitimierung
Das größte Ziel scheint zu sein, es alle Mittel nutzend in die Reihen der ernstzunehmenden Medienausgaben zu schaffen. Als Mittel dazu dienen sowohl Versuche, Prozesse über den Presserat zu beeinflussen, als auch die durch den Kreml unterstützten Aufforderungen, vom estnischen Staat mit den estnischen Medienausgaben gleich behandelt zu werden und darüber hinaus ein Pressezentrum Sputniks in Tallinn zu eröffnen, welches für alle Zugänglich wäre.

Bedauerlicherweise wurden die Bestrebungen Sputniks auch von den estnischen Medienausgaben durch deren misslungene Entscheidungen befördert, wie zum Beispiel durch die Sendung “Кто кого?” vom ETV+Kanal, die den Leiter Sputniks in Estland eingeladen hatte, um mit dem Chefredakteur der russischsprachigen Zeitung „Postimees“ zu debattieren. Zu derselben Rubrik gehört auch der in der Zeitung „Postimees“ veröffentlichte Bericht „Sputnik: Estland lügt über die Zahlen der Deportierten“, welcher derart misslungen eher zur Verbreitung der Propagandalügen Sputniks beigetragen hatte.

Steigern des Einflusses in den sozialen Medien
Sputnik versucht seine Followerschaft durch seine Anwesenheit in den sozialen Medien zu vergrößern. Facebook informierte im Januar über die Schließung mehrerer von Mitarbeitern Sputniks angelegter und administrierter Gruppen, aber heute sind diese Gruppen durch andere ersetzt worden und das umfangreiche Teilen der Kreml-Propaganda findet auch in den russischsprachigen Gruppen der Aktivisten in Estland statt. In den letzten Monaten wurden in den Internetumgebungen „Vkontakte“ und „Odnoklassnik“ mehrere Gruppen eröffnet, in denen die Materialien Sputniks geteilt werden.

Die negativste Entwicklung findet im estnischsprachigen Facebook statt, in dem zusätzlich zum Teilen der Infografiken der Propaganda immer mehr auch die estnischsprachigen Texte Sputniks geteilt werden. Die Berichte, die mit deren Estland-Antagonismus und Emotionalität unter diejenigen, die von der estnischen Regierung enttäuscht sind, populäre Materialien zum teilen sind, bekommen somit zusätzliche Aufmerksamkeit und helfen in der Realität, die Propaganda des Kremls gegen Estland zu verbreiten.

So eine Verbreitung wird auch durch den Aufbau von Facebook selbst unterstützt, der beim Zeigen eines Textes von einer Internetseite nicht ausreichend sichtbar die Urquellen und auch nicht das Datum der Veröffentlichung zeigt. Aber dieses ermöglicht es beispielsweise, in den Informationswogen der Gruppen den Eindruck zu hinterlassen, als würden die Medien tagtäglich über negative Sachen schreiben, obwohl es sich eigentlich um die Berichte aus den Kanälen handelt, die wir freiwillig gar nicht besuchen würden und um Materialien, die bereits vor 10 oder mehr Jahren veröffentlicht wurden. Auf Facebook erscheinen diese allesamt gleich, unabhängig von den Urquellen oder vom Datum der Veröffentlichung.