Propagandamonat Oktober

05.11.2019

Die estnischen Medienausgaben waren im Oktober beim Schreiben über Propaganda und Informationsmanipulationen ziemlich zurückhaltend. Ein durchgehendes Thema war Socialmedia und die dort stattfindenden Manipulationen, Beeinflussungstätigkeiten und Probleme mit der Privatsphäre.

Über den Einfluss des russischen Informationsraumes
Delfi schreibt, dass die Postimees Gruppe nun doch entschied, Werbung an die Fernsehkanäle Russlands zu vermitteln. Postimees übernimmt ab dem 1. Januar den Verkauf von Werbung an die BMA Estonia OÜ Fernsehkanäle in Estland. Damit werden zum jetzigen Portfolio der Fernsehkanäle von Postimees noch PBK, NTV Baltic Estonia, REN-TV Baltic Estonia und DOM Kino hinzu kommen. Über die Geschichte bezüglich der Vermittlung von Werbung an diese Kanäle durch die Postimees Gruppe konnten im August zahlreiche Berichte gelesen werden.

Delfi veröffentlichte einen Bericht des Politologen Karmo Tüür über den Effekt der russischen Beeinflussungstätigkeiten bei den estnischen Kommentatoren. Tüür schreibt: „Kommentator Nr. 18 benutzt nicht nur die Gesprächspunkte/Hauptthemen russischer Info-Operationen, sondern auch seine technischen Hauptmethoden. Kein einziger „feindlicher“ Bericht zu den Themen Ukraine/Russland darf ohne Reaktion bleiben. Es sei denn, mit Verspätung, aber dazu müssen die wiederholten Kommentare mit demselben Inhalt hinzugefügt werden.“

Den ganzen Bericht kann man im Blog von Tüür lesen.

Forte von Delfi veröffentlichte Mitte Oktober eine zuerst in der Zeitschrift „Soldat“ erschienene Übersicht darüber, wie über das Großmanöver „Kevadtorm 2019“ (zu Dt.: Frühlingssturm) in den russischen Medien berichtet wurde.

Über den Kampf mit Fake-Nachrichten
Delfi vermittelt einen Ende Oktober auf Estnisch in der „The Economist“ veröffentlichten Bericht über die in Litauen für den Kampf gegen Fake-Nachrichten gegründete Internetlösung „Debunk.eu“. Es handelt sich um eine Lösung, die mit Hilfe der künstlichen Intelligenz funktioniert und die Narrative der Propaganda und die Quellen der Fake-Nachrichten zu entdecken hilft.

ERR schrieb im Oktober über einen Kooperationsvertrag zwischen den staatlichen Informationsagenturen von Russland und Nord-Korea, mit welchem gemeinsam gegen „Fake-Nachrichten“ gekämpft werden soll. Merkwürdigerweise beklagen die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS und Nord-Koreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA in gemeinsamen Mitteilungen, dass in den Nachrichtenumgebungen immer mehr falsche Interpretationen von Informationen zu sehen sind und in dieser Mitteilung wird gesagt, dass sie gegen solche Vermittlungen der Fake-Nachrichten etwas vornehmen müssen.

Bekanntlich sehen die westlichen Staaten Russland als einen Hauptvermittler der Fake-Nachrichten in der Welt und KCNA wird seinerseits als Propagandakanal Nord-Koreas und seines Diktators Kim Jongun gesehen.

Über die sozialen Medien, Informationsraum und Privatsphäre im Internet

ERR schrieb Anfang Oktober über eine Initiative von Facebook in den USA. Nämlich begann der Social-Media-Riese mit dem redaktionell geführten Nachrichtenkanal Facebook News, der Artikel von den Medienausgaben beinhaltet, die mit Facebook zusammen arbeiten. Über den Plan, auch mit größeren Medienkanälen zusammen zu arbeiten und für diese für die veröffentlichten Materialien auch zu vergüten, wurde zuletzt vor einigen Monaten gesprochen.

ERR Novaator schrieb im Oktober über zwei Magisterarbeiten, von denen die eine das Cybermobbing von Lehrern durch die Schüler behandelt und der andere den Schutz der Privatsphäre und von personenbezogenen Daten bei der Nutzung von Bildverarbeitung und maschinellem Lernen im Recht der Europäischen Union.

Die erste Arbeit beschreibt eine Studie, die auf Interviews mit 14 zu Opfern von Cybermobbing gewordenen Lehrer basiert.

Die zweite konzentriert sich auf die Veröffentlichung von sich im Internet befindenden Daten, auf das Indizieren durch Suchmaschinen und auf deren Auswirkung auf die Privatsphäre.