In Sillamäe wurde ein Soldat in einen Propagandaskandal verwickelt.

10.05.2019

So, wie sich jedes Jahr Weihnachten und Johannestag wiederholen, kommen Anfang Mai auch die Estland ins Lächerliche ziehenden und schlechtmachenden Botschaften über das Militärmanöver „Kevadtorm“.

Das Großmanöver hatte noch nicht richtig begonnen, als der lokale Propagandakanal Sputnik auch schon ein „Korn“ gefunden hatte, mit welchem er Estland in den russischen Sendern vorführen und das estnische Militär bloßstellen konnten.

Am Abend des 6. Juni hatte Sputnik das Foto von einem estnischen Soldaten veröffentlicht, der in Sillamäe mit einem Granatwerfer auf die Spitze eines Denkmals geklettert war, um sich dort auf die Lauer zu legen und dazu eine Nachricht verfasst. Der Kanal hat dieses Denkmal ein Monument für die im Großen vaterländischen Krieg gefallenen sowjetischen Soldaten genannt. Es wurde auch schon mal als ein Denkmal der Roten Armee bezeichnet.

Sputnik hat sich auf eine Information gestützt, die Oleg Kultajev, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtrates von Sillamäe und dortige Koordinator des unsterblichen Regements, veröffentlicht hatte. Die Sicherheitspolizei hatte ihn im letzten Jahrbuch als einen Aktivisten gegen Estland bezeichnet, der „den Kampf gegen das Schwärzen der sowjetischen Vergangenheit“ der kommunistisch gesinnten Historiker organisiert und dafür Diskussionen, Runde Tische und Konferenzen benutzt.

Dieser Fall wurde vom größten Teil der russischen Medienkanälen verbreitet und eine große Menge der Estland und die NATO kritisierenden Nachrichten zeigte auch Propamon, das Analysewerkzeug für die russischen Medien.

In den verschiedenen Berichten wurden Begriffe, wie Vandalen der NATO, bloßstellen eines Denkmals, entrüstete einheimische Menschen, Provokationen der NATO usw., zu einem Propagandaprodukt zusammengeführt.

In den Berichten wird hervorgehoben, dass es sich um einen NATO-Soldaten handelte, was ein bemerkenswertes Detail ist. Tatsächlich wurde in früheren Berichten hauptsächlich der Begriff „estnische Soldaten“ benutzt, als wäre Estland kein Mitglied der NATO.

Vor dem Bericht von Sputnik wurde auch in der Zeitung Vzglad ein kritischer Bericht über NATO-Soldaten geschrieben.

Der am 6. Mai erschienene Bericht “Die Einwohner des Baltikums freuen sich über die Brutalitäten der NATO-Soldaten“ beschrieb mit Hinweis auf das beginnende Großmanöver „Kevadtorm“, wie belästigend die Manöver sind und Ruhe und Privatsphäre der Einwohner stören  Es werden hauptsächlich die in Lettland und Litauen stattgefundenen Ereignisse aufgezählt und bunt beschrieben, wie die Übungsschlachten in den Städten durchgeführt wurden. Mehrere Einwohner, die über Durcheinander und Krach klagen, kommen zu Wort. Estland betreffend wird nur ein Fall aus Kehra hervorgebracht, wo eine Stadtschlacht stattgefunden hatte, durch welche die Einwohner sich angeblich gestört fühlten.

Es wird rhetorisch gefragt, ob das nur in einer Kleinstadt möglich ist und was passieren würde, wenn eine solche Aktion in Tallinn stattfände. Es wird aber nicht erwähnt, dass solche Manöver auch in Tallinn durchgeführt worden sind und niemand deswegen protestiert hatte.