Die Entscheidung von Keila hat die in Estland lebenden Kremltreuen reanimiert

03.12.2019

Am 26. November entschied der Stadtrat der Stadt Keila, dass im nächsten Schuljahr keine Kinder mehr in die Erste Klasse der russischsprachigen Grundschule von Keila eingeschult werden und diese Schule mit Keila-Schule zusammengeschlossen wird.

Dass eine solche Entscheidung gefällt wurde, gab der den Lesern Propastops bereits bekannte gemeinnützige Verein „Vene Kool Eestis“, z. dt.: „Russische Schule in Estland“, die Möglichkeit aktiv zu werden, was auch geschah.

Am 25. November, einem Tag vor dieser Entscheidung, wurde in den sozialen Medien zu einer für den Schutz der russischsprachigen Bildung organisierten Demonstration vor der Stadtverwaltung der Stadt Keila aufgerufen. Die Einladung wurde auf einem Propagandaplakat aus der Zeit des zweiten Weltkriegers dargestellt, auf dem ein Soldat in SS-Uniform eine Mutter mit Kind auf dem Arm angreift. Der Soldat trägt am Oberarm ein blau-schwarz-weißes Wappen. Enno Fels, der Bürgermeister von Keila hat wegen der Gestaltung des Plakats eine Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Entscheidung des Stadtrates Keila bot den Personen, die mit den Beeinflussungstätigkeiten des Kremls verbunden sind sowie deren gemeinnützigen Organisationen,  einmal wieder die Möglichkeit, aufzufallen.

Über das Thema der “Keila Grundschule” haben in Sputnik, den Baltnews und Social-Media-Netzwerken Alisa Bindsova, Matislav Rusakov, Oleg Nazmutdinov u.a. ihre Meinungen kundgetan. Im Sitzungssaal der Stadtrat Keila fielen die bekannten Organisatoren der Protestaktionen Sergei Tšaulin ja Aleksei Esakov auf.

Während dieser vor der Stadtverwaltung stattgefundenen Demonstration fiel der bereits von anderen von Tšaulin und Esakov organisierten Protestaktionen bekannte Stil der Plakate auf, die diesmal verlangten: „Beenden sie das Okkupieren russischer Schulen in Estland!“, „Beenden sie den Genozid russischer Schulen!“, „Wir träumen unsere Träume sowieso auf russisch!“ u.ä. Auch minderjährige Kinder, die diese Plakate getragen hatten, waren in diese Demonstration involviert.

Die Aufrufe zu dieser Demonstration und die Berichterstattung in den sozialen Medien ermöglichten es erneut, die Vernetzung verschiedenen Gruppen und Seiten der Kremltreuen im Bezug auf Estland festzustellen. So zum Beispiel war es Möglich, die Informationen über diese Demonstration in den Gruppen Русский Дискуссионный клуб, Наш Ласнамяэ/Unsere Lasnamäe, Русскоязычная Эстония, Новости Эстонии, Таллиннцы, Aera Vulgaris, Выборы в Эстонии, Новый Маарду, Голос Русской Балтии. Эстония, Латвия, Литва, Группа «Tribuna.ee», aber auch in der von der litauischen Baltnews verwaltenden Gruppe Прибалтика по-русски: Литва, Латвия, Эстония zu finden.

Über die hier oben genannten Facebook-Gruppen und deren Beziehungen zueinander kann in einem früheren Post von Propastop gelesen werden.

In den Medien Russlands haben bis heute nur TASS und einige kleinere Medienausgaben über diese Aktion berichtet.

Foto: Screenshot aus dem Facebook