Wie man Wissenschafts-Fake-Nachrichten erkennen kann

21.09.2018

Über Fake-Nachrichten und wie man diese erkennt ist viel gesprochen worden und es wurde auch in Propastop darüber geschrieben. Wesentlich weniger ist aber über wissenschaftliche Fake-Nachrichten gesprochen worden, die deutlich größeren Einfluss auf Menschen haben können, weil die irreführenden und unkontrollierten Behauptungen die Gesundheit und im schlechtesten Fall auch das Leben gefährden können.

Es gibt verschiedene Gründe, um wissenschaftliche Fake-Nachrichten zu veröffentlichen, aber generell geht es hier darum, materiellen Nutzen zu erzielen. In der Regel wird mit solchen Nachrichten versucht, defekten Produkten oder Produkten mit zweifelhaftem Wert einen ernstzunehmenden Hintergrund zu schaffen und die potenziellen Verbraucher zu überzeugen, dass das Produkt funktioniert, unschädlich und notwendig ist. Mit dem Informationskrieg kam zu diesen Zielen noch der Wunsch dazu, allgemein in der Gesellschaft Durcheinander zu sähen. Darüber wurde Anfang September in der Zeitung Postimees in Berichten über eine Diskussion bezüglich des Impfens oder nicht Impfens geschrieben.

Während es relativ einfach ist, eine gewöhnliche Nachricht von einer Fake-Nachricht zu unterscheiden, ist es schon etwas komplizierter, unter wissenschaftlichen Nachrichten eine Fake-Nachricht zu erkennen, weil das Interesse diese zu tarnen wesentlich größer ist und der ernst scheinende Hintergrund deutlich gründlicher geschaffen wird.

Folgend einige Hinweise zum Feststellen von Fake-Nachrichten.

Der Autor und sein Hintergrund

Einen ernstzunehmenden Wissenschaftler kann man ziemlich einfach im Internet überprüfen, weil die wissenschaftlichen Studien oder deren Zusammenfassungen öffentlich zu finden sind. Wenn aber das Internet die Hintergründe des Autors eines Artikels nicht zeigt, lohnt es sich an diesem und dem ganzen Schriftwerk zu zweifeln und die Informationen schon etwas gründlicher zu suchen.

Hinweise und Zitate

Dieses Thema deckt sich mit dem letzten Punkt, in dem jede Behauptung oder Zitat korrekt dargestellt sein müsste und die kontrollierbaren Hinweise die Quellen beinhalten sollten. In wissenschaftlichen Fake-Nachrichten ist dieser Teil am unvollkommensten und es wird absichtlich sehr allgemein zitiert, wobei der Inhalt der Botschaft betont wird und nicht, wer der Autor ist.

Verdächtige Titel

Alle möglichen akademischen Grade vor dem Namen des Autors müssen nicht unbedingt bedeuten, dass es sich um einen ernstzunehmenden Wissenschaftler handelt, weil in der Welt eine Reihe von Fake-Akademikern existieren. Zum Beispiel, dass jemand ein Akademiker im „internationalen Institut für Zukunftsforschungen“ ist, zeigt nicht seine hohe Qualifikation, sondern den Wunsch sich mit einem nicht existierenden Titel zu schmücken.

Ein akademisches Multitalent

Der auftretende oder schreibende Experte hat den wissenschaftlichen Grad in einem bestimmten Bereich, aber die „geniale Entdeckung“, über die in dem Artikel berichtet wird, stammt aus einem ganz anderen Bereich.

Eine „offizielle“ Behauptung

Jede Nachricht, auch eine wissenschaftliche Fake-Nachricht, möchte ernstzunehmend sein und deshalb wird in diesen Texten oft das Wort „offiziell“ benutzt, denn wenn zu irgendetwas bereits offiziell etwas gesagt wurde, muss es doch glaubwürdig sein, was alles Offizielle in der Regel auch ist. Der zweite Begriff mit dem gleichen Effekt ist „ein unabhängiger Experte“.

Verweis auf Geheimhaltung

Jede wissenschaftliche Behauptung müsste einen akademischen Hintergrund haben, die in den öffentlichen Quellen zu finden ist. Die wissenschaftlichen Fake-Nachrichten aber zeigen oft die akademischen Hintergründe und Fakten nicht, mit der Begründung, dass es sich um geheime Informationen handelt.

Emotionalität

Eine oft benutzte Technik bei wissenschaftlichen Fake-Nachrichten und auch bei Kaufangeboten ist Emotionalität. Solche Texte sind voller Superlative, Ausrufzeichen, fett gedrucktem Text und durchgehenden Großbuchstaben. Kennen doch alle die Ausrufe, wie „einmalige Möglichkeit“, „Nur eine Tablette“, „Das Angebot gilt nur für Dich“ u.s.w.

Verallgemeinerung

Es ähnelt stark den Methoden der Demagogie, in denen, um Einfluss auf die Allgemeinheit zu erreichen als Argumente Begriffe, wie „niemand“, „es ist niemals…“, „alle wissen doch, dass…“ u.s.w. benutzt werden.

Nachlässigkeit

Eine der charakteristischen Merkmale sind auch die Schreibfehler und Ungenauigkeiten in den auf Latein geschriebenen Wörtern oder geographischen Namen. So wie man es nicht für wichtig oder möglich gehalten hatte, die Genauigkeit der Hinweise zu betonen, wurde sich ebenso keine Mühe gegeben, sich auf Details bei der Rechtschreibung von Namen und fremdsprachigen Begriffe zu konzentrieren

Das Fehlen der alternativen Hypothesen

Der Autor präsentiert seine Hypothese, aber er vergleicht diese nicht mit Meinungen von Anderen und weiß in der Regel auch nichts von diesen.

Zusätzlich gibt es eine Reihe komplizierter Details, denen man beim Verdacht von wissenschaftlichen Fake-Nachrichten nachgehen kann, wie zum Beispiel das Fehlen einer Beschreibung der Forschungsmethode, das Fehlen der Beschreibung über den Umfang der gemachten Schlussfolgerungen, das Fehlen von Informationen über die Finanzierung dieser Studie u.s.w.

Foto: Gatis Gribusts/Flickr/CC