Sergei Tõdõjakov, ein Mann bei jedem Protest und jeder Demonstration

03.05.2021

In diesem Frühjahr ist Sergej Tõdõjakov, ehemaliger Aktivist der Gruppierung „Nachtwache“ und ehemaliges Vorstandsmitglied der gleichnamigen NGO, in die Aufmerksamkeit der Medien geraten.

Delfi schrieb über ihn im Zusammenhang mit der Organisation der Anti-Masken-Provokationskampagnen in den Einkaufszentren von Tallinn, mit seiner Teilnahme an Anti-NETS-Demonstrationen in Toompea, an einer Videokonferenz über Juden und an einer Demonstration gegen den Migrationspakt vor zwei Jahren.

Delfi schreibt, dass Tõdykjakov 2008 eine Genehmigung für eine Demonstration beantragte, die an die Bronze-Nacht erinnert und diesmal nicht gewährt wurde. 2012 wurde er Vorstandsmitglied der NGO „Nachtwache“ und war in dieser Position bis 2016, als diese NGO aus dem Register gestrichen wurde.

In den estnischen Medien findet man über Tõdõjakov nicht wirklich mehr Informationen, aber im russischsprachigen Informationsraum Estlands finden sich deutlich mehr Informationen über ihn. Es stellt sich heraus, dass es sich um eine Person handelt, die versucht Aufmerksamkeit zu erregen, indem sie an verschiedenen Protesten teilnimmt oder sie selbst organisiert.

Im Jahr 2013 hat er zusammen mit den Aktivisten der Bronzenacht an der auf Tõnismäe organisierten Aktion „Kerzen des Gedenkens“ teilgenommen.

2014 hatte Tõdõjakov zur Unterstützung der Russen und der russischsprachigen Anwohner die Kundgebung „Krim – wir sind zusammen!“ organisiert. Es handelte sich um eine Demonstration gegen die NATO.

Im Jahr 2015 war Tõdõjakov auf einer Kundgebung vor der norwegischen Botschaft zu sehen, die darauf abzielte, Norwegens Kinderschutzpolitik zu kritisieren. Die Kundgebung wurde von der NGO „Estnische Eltern“ in Zusammenarbeit mit der estnischen Vereinigung der Nichtstaatbürger, der estnischen Vereinigung der Indoeuropäer “Rodina” und der NGO Dobrosvet organisiert. Die beiden letzten sind Teil des Netzwerks, über das wir im 2018 geschrieben haben.

In 2016 organisierte Tõdõjakov vor der polnischen Botschaft in Tallinn eine Kundgebung gegen die NATO. Der Grund für die Organisation der Kundgebung war laut Tõdõjakov die immer unfreundlicher werdende Atmosphäre zwischen Osteuropa und Russland, insbesondere zwischen Estland und Russland, wo Kriegshysterie zu schlimmen Folgen führt. “Der begonnene Nato-Gipfel wird den Widerstand nur noch verstärken. Wir werden Bauern und Geiseln im Spiel eines anderen sein“.

Im selben Jahr konnte man Tõdõjakov in der ersten Reihe des Friedensmarsches in Tallinn sehen. Der Friedensmarsch wurde von Tchaulin, Klenski, Seredenko und anderen, die den Propastop-Lesern bereits vertraut sind, organisiert. Mehr über den Friedensmarsch erfahren Sie hier. Auch diese Demonstration war eine gegen die NATO gerichtete Aktion.

Im Sommer 2019 fand unter der Leitung von Tõdõjakov eine eigenartige Aktion statt, mit der die NGO estnischen Eltern und Sergej Tõdõjakov gegen das MJ Young Fest 2019 in der Tondiraba-Eishalle protestierten, da dort mehrere Künstler auftreten sollten, deren Botschaften von Aktivisten als unanständig angesehen wurden. Das Konzert, das im Sommer stattfinden sollte, jedoch verschoben wurde, fand im Dezember statt und auch dort war Tõdõjakov wieder mit Plakaten anwesend.

Das war für Tõdõjakov die Aktion, welche die größte Aufmerksamkeit bekommen hatte und ihn sowohl in die Nachrichten der russischsprachigen ERR, als auch in die Sendung „Кто кого“ von ETV+ brachte.

In 2019 fand vor dem Stenbock Haus in Toompea auch eine kleine Kundgebung gegen 5G statt.

Im August 2020 konnte man sehen, wie Tõdõjakov zusammen mit Malõševaga eine Kundgebung gegen Coronamaßnahmen vor der deutschen Botschaft in Tallinn organisiert hatte. Ähnliche Aktionen hat Tõdõjakov auch vor dem Kristine Zentrum, in der Majaka Straße, neben dem Estonia Theater sowie an anderen Orten und weitere solcher Aktionen konnten wir auch auf Toompea sehen.

2011 organisierte die Nachtwache eine Abstimmung, um einen Führer für die russischsprachige Gemeinschaft Estlands zu finden, die von Jüri Mišin gewonnen wurde. Der für die Abstimmung kandidierende Tõdõjakov wurde Vierter. Die Organisatoren behaupteten, dass rund 4 000 Teilnehmer an der Abstimmung teilnahmen, aber diese Veranstaltung fand trotzdem nicht viel Beachtung.

Die Gedanken von Tõdõjakov können in den Portalen Baltija.euveneportaal.ee, aber beispielsweise auch im Portal ruspol.net gelesen werden.

Fotos: Von der Facebook-Gruppe „Eesti Vanemad“ (auf Deutsch: estnische Eltern), Screenshot von einem Video.